Unsere Verschaltungen im Gehirn helfen uns, viele Situationen des Alltags energiesparend zu erledigen. Müssten wir beim Zähneputzen oder Autofahren jedes Mal ganz bewusst alles durchführen, würden wir wesentlich mehr Zeit und Energie verbrauchen.
Unser neuronales Netz, das bereits im Bauch der Mutter entsteht, formt sich in unserer Kindheit und Sozialisierungszeit entsprechend weiter aus, je nachdem, was erlebt und vorgelebt wird. Wiederkehrenden Anregungen signalisieren „Bedeutsamkeit“ und stärken die Verbindungen. Wenig oder keine Anregung signalisieren keine Bedeutsamkeit. Die Verbindungen sterben ab.
Alle bedeutungslos gebliebenen, nicht erlernten Kontexte verkümmern und haben somit keine Vernetzung, keine Verbindung im Gehirn.
Anhaltender Mangel, den wir bspw. in unserer Familie erlebt haben, sei es in der innigen körperlichen Liebe der Eltern oder bei finanziellen existentiellen Schwierigkeiten hinterlassen eine stärkere Verbindung bspw. durch wiederkehrende Emotionen im „Mangelerleben“, die im Tagesbewusstsein die Wahrnehmung beeinflussen. Gleichzeitig hinterlässt der anhaltende Mangel eine Lücke für das erfolgreiche Meistern dieses Zustandes. Diese Lücke rückt in den Hintergrund, ins Unbewußte, ins Verborgene. Wir sind da quasi „leer“, „lost“, „unbespielt“.
Es ist mittlerweile allgemein bekannt, dass wir aufgrund der Neuroplastizität, neue Verbindungen bis ins hohe Alter bilden können. Dies funktioniert nach den Regeln der Wiederholung, wenn es für uns sinnvoll und relevant ist. Ein Anlass oder Ziel und die Vorfreude auf eine Wirkung trägt maßgeblich dazu bei, Synapsen zu bilden und zu verbinden und das neuronale Netz auszuweiten.
Der Schamane schafft mit seiner Arbeit Einsichten, wo die betroffene Person die Zusammenhänge oder die „Verbindungen“ nicht, noch nicht spüren oder sehen kann. Vorher scheint es was Verborgenes, Unsichtbares zu sein. Hinterher ist es unserem Bewusstsein klar, logisch, gefühlt stimmig. Es ist dann bewusst, abruf- und steuerbar.
Die Mutter eines guten Freundes war Bäuerin. In den jungen Jahren sagt sie zu ihm: „Mein Sohn vergiss nie: In jedem Schicksal wohnt auch ein Stück Glück inne.“
Wir Schamanen haben auch die feste Überzeugung, dass jegliche Erlebnisse wie auch Dramen eine Weisheit oder Botschaft bereit halten, die so lange verborgen bleibt, bis man bereit ist, das Dunkle daran ins Licht zu bringen und die nachvollziehbar schmerzhafte Beurteilung aufzugeben.
Im Unternehmenskontext verhält es sich ganz ähnlich: Organisationsdiagnosen und „Schwarze Schafe“ offenbaren wertvolle Botschaften über immense Mobilisierungs- und Energiepotentiale. Einzelne Personen im Unternehmen repräsentieren dabei (unbewusst) das Erinnerungsvermögen der unbewussten Unternehmenskultur durch ein Ereignis mit entsprechenden Emotionen.