Was unterscheidet mich zu einem traditionellen Schamanen?
In den Kulturen, wo Schamanen traditionell zuhause sind, haben sie bis heute noch die Funktion eines Medizinmannes oder einer Medizinfrau. Sie lenken die „bösen“ Energien weg und ziehen die „guten“ Energien zu den Betroffenen, vereinfacht gesagt.
Menschen aus unserem Kulturkreis wenden sich meist erst dann an Schamanen, wenn sie schon viel ausprobiert haben und sich noch immer keine Linderung eingestellt hat. Auslöser sind wiederkehrende unschöne Ereignisse, die sich mental nicht steuern lassen: Limitierungen, Depressionen, Dramen, Traumen. Manchmal ist es auch die Hoffnung, dass die vermuteten schlechten äußeren Energien durch den Schamanen so beeinflusst werden, dass man davon erlöst wird.
Was verbindet mich nicht mit den alten Traditionen:
- Ich opfere keine Tiere. Aus meinen Erfahrungen weiß ich sehr genau, dass die Person, die etwas in den inneren Frieden bringen will, etwas „opfern“ muss, damit sich was Neues einstellen kann. Klar, wer zwei Hände voll hat muss mindestens eine davon frei machen, dass man wieder etwas aufnehmen kann. Was kann der „Preis“, das „Opfer“ sein? Beispielsweise das Aufgeben einseitiger Grundüberzeugungen, monokausaler Glaubenssätze, falsch gesetzter Selbstcommittements, unverzeihlicher Haltungen, Mangelfokussierung, statischer oder monotoner Verhaltensweisen, usw.
- Ich nutze keine Psychedelika oder Pflanzenextrakte, um mich oder andere in Trance versetzen. Ich bin nicht prinzipiell dagegen, aber da es viele andere gute Möglichkeiten gibt, lehne ich es für den Businessbereich ab.
- Ich beschwöre keine „bösen“ Geister. Für mich ist das ein irreführender Bias, der auf Urzeiten bis auf Adam und Eva und Unkenntnis der Zusammenhänge zurückzuführen ist. Gut und Böse, brauchbar oder wertlos, legen den subjektiven Wert fest. Egal was, kann für eine Person gut sein UND zugleich für jemanden anderen schlecht. Bewertungen wirken daher polarisierend und trennend. Ich verstehe gut, warum man das macht. Aber einseitige Beurteilungen machen auf Dauer blind für die andere Seite.
Bei Konflikten oder kontroversen Diskussionen geht es daher immer darum, die Beurteilung erst mal rauszunehmen und sie wieder auf einem höheren Level zusammenzuführen. Bsp.: eine Seite der Polarität lautet flexibel, die andere starr. Die meisten Menschen würden flexibel positiv bewerten. Bei dem Bau von Hochhäusern braucht es beides, richtig? Sie müssen möglichst starr sein aber nicht zu starr, also auch etwas flexibel, damit sie Sturm und Erdbeben standhalten können. Ein Streit über entweder starr ODER flexibel ist daher kaum zielführend.
Leider finden heute 90% aller Diskussionen in unserer Gesellschaft so statt. Sinnhaft ist es eher, das Gemeinsame, das übergeordnete Prinzip herauszufinden, z.B. Steifheit. Statt „entweder oder“ können Sie jetzt über den Grad der Steifheit für das jeweilige Hochhaus sprechen. Da bekommt ein Gespräch wieder eine tiefere Bedeutung und es muss nichts bekämpft werden. Dieses Prinzip ist ein Grundprinzip des Schamanen.
Was verbindet mich mit der alten Tradition:
- Ausgangspunkt: Nicht sichtbares heißt nicht, dass es nicht da ist. Unser Unterbewusstsein birgt in sich vieles Verborgenes, was automatisiert als Schutzroutine dann auftaucht, wenn die äußere Situation mit der gespeicherten Erfahrung ähnelt. Es lohnt sich, der verborgenen Energie und deren Ursprung auf die Spur zu gehen.
- Voraussetzung: Der moderne wie auch traditionelle Schamane muss persönlich weit gereift sein in seiner eigenen mentalen und spirituellen Entwicklung, das Ego zurücknehmen können (nicht aus eigenen Erfahrungen agieren), sehr an seine Intuition angebunden sein und sich in Trance versetzen können. Beide sind in der Regel sehr mit der Natur verbunden, weil sie Vorbild und Kraftspender sind.
- Grundhaltung: Es wird zum höchsten Wohle der Person UND des Umfeldes unterstützt. Ausnahme ist die Tradition der „schwarzen“ Tradition, die auch das Böse bekämpft. In meinem Verständnis geht es um das Erkennen der eigenen inneren Urteile, Kräfte und Limitierungen. Diese gilt es umzuwandeln und freizusetzen.
- Zielgruppe: Rituale finden traditionell präferiert in der Gemeinschaft, in der Sippe oder (Groß-)Familie aber auch einzeln statt. Meine Rituale wende ich einzeln wie auch in Vorstand/Geschäftsführung, Führungsteams, Ausbildungsgruppen und Familienunternehmen an.
- Ich nutze ebenso Ritualgegenstände, manche davon von meinen Reisen wie eine Condorfeder, meine selbstgebaute Trommel für Visualisierungsreisen und andere kulturübergreifende Gegenstände, die an das Zusammenspiel der Kräfte erinnern.
- Ich nutze u.a. auch sehr gerne eine Feuerstelle, da auch neurowissenschaftlich bestätigt ist, wenn wir uns von mentalen oder emotionalen Limitierungen trennen wollen, ein Ritual mit Absicht und klarer Entscheidung gute Wirkung zeigen kann, wenn wir spüren und sehen, wie der Notizzettel oder Gegenstand, der symbolisch für das steht, was wir loslassen wollen, in Licht und Wärme transformiert wird.