Warum ist der Bedarf für diesen speziellen Ansatz im Business so groß?
Jeder im Topmanagement ist seinen/ihren eigenen Weg gegangen: meist eine hervorragende Ausbildung und Menge Erfahrung gewonnen und eine Vielzahl von Vorträgen, Weiterbildungen und Qualifizierungen absolviert, sonst wäre sie oder er ja nicht dort. Wissen finde ich häufig mehr als ausreichend, das ist nicht das Problem. Sie haben tolle Quellen wie Buchzusammenfassungen, Experten und Berater, Alumnis sowie ChatCPT. Doch das reicht einfach nicht aus, denn …
Unsere inneren Vorstellungen und Annahmen über die Welt und Realität bestimmen maßgeblich das, was wir äußerlich wahrnehmen und gestalten können.
Es braucht nicht mehr Wissen oder Erfahrung, es braucht ein neues Bewusstsein, es braucht unkonventionelle und zugleich hocheffiziente Vorgehensweisen, um die bisherigen inneren Grenzen und Blockaden zu überwinden. Dabei trifft die Praxis auf einige hinderliche, zu berücksichtigende Gegebenheiten:
- Ausbildung, Wissen und Erfahrung sind die Voraussetzungen, Erfolg das Gütesiegel. Nur der Erfolg gibt Recht. Doch der Erfolg der Vergangenheit, das habe ich als Headhunter erleben dürfen, ist nicht oder nicht leicht replizierbar. Einmal Manager des Jahres im Managermagazin ist es nicht selten, dass die gleiche Person zu einer späteren Unternehmensphase oder in einem anderen Unternehmen in Ungnade fällt. Der Erfolg bleibt aus oder es wird Misserfolg sichtbar. Zwischen dem Erfolg der Vergangenheit und dem Erfolg in der Gegenwart liegen wichtige Qualitäten.
- Topmanager gehen seltenst zu einem Therapeuten, Männer noch weniger als Frauen, (außer vielleicht bei Burnout) und widmen sich noch seltener ihren inneren Grundhaltungen, Glaubens- und Familienmustern. In den meisten Fällen kostet einfach viel Zeit, denkt man wie z.B. so ein Aufstellungswochenende oder Retreat.
- Die eigene Veränderungsbereitschaft ist an der Unternehmensspitze m.E. mittelmäßig bis gering, aber die Veränderungskompetenz meist viel zu gering. Auf meine Frage: „Welche persönliche Veränderung haben sie in den letzten drei Jahren ganz bewusst und erfolgreich vollzogen? Und ich meine nicht, Haus verkauft und umgezogen, Firma gewechselt, von Partner:in getrennt, Kinder aus dem Haus.“ Häufige Reaktion: Schweigen oder „ich brauche mich nicht verändern“. Dann frage ich nach: „Was meinen Ihre Lebenspartner:in, Ihre C-Kollegen oder Mitarbeiter dazu?“ Reaktion: ebenso Schweigen.
- Wissen, so wie es heute bereitsteht, kann kaum so adäquat verankert werden, dass es adhoc abrufbar und wirksam umsetzbar ist. Es fehlt vielmehr an der Reflexionsbereitschaft und Reflexion der eigenen Wirksamkeit im Abgleich mit der Wahrnehmung im Wirkkreis. Und natürlich erfordert es vor allem Praktizieren, Praktizieren und Praktizieren im DoubleLoop mit wiederholender Reflexion. Dazu fehlt es häufig an Zeit oder Stress verhindert das Verankern. Außer man kennt „Quickies“, die die Verankerung beschleunigen.
- Selbst- und Fremdbild klafft bei erfolgsverwöhnten und selbstüberzeugten „Alpha-Tieren“ immer wieder auseinander. Es ist zudem nicht einfach, ein ehrliches und aufrichtiges Feedback zu erhalten bzw. annehmen zu können. Die Illusion der Selbstumarmung (self-hugging), „wenn jeder so wäre wie ich, dann würde es schon laufen“, ist immer noch weit verbreitet.
- Der Anspruch an sich selbst mit ehrgeizigen Zielen und selbst gesetzten Projekte, die Anforderungen von Aufsicht- oder Beirat bzw. Investoren, die Forderungen von Gewerkschaft und Gesetzen, sowie die „Ansprüche“ von Belegschaft, Öffentlichkeit und der eigenen Familie sorgen für ausreichend Stress. Veraltete Resilienzstrategien bewältigen halten dem leider nicht stand. Es kommt zu Aufschaukelungseffekten, die inadäquates Reagieren nach sich ziehen.
- Innerlich ausgelöst werden solche paradoxen Verhaltensweisen häufig durch eine kleine, oft kaum bemerkbare „Schrecksituation“, die mit Erfahrungen korrespondieren, die noch in unserem Körper und Geist gespeichert sind. Unser Verstand konstruiert Misserfolgsszenarien oder katastrophiert im schlimmsten Fall Feindbilder, die uns auf die falsche Fährte führen und Fehlentscheidungen treffen lassen.
- Dazu kommen noch nicht zeitgemäße, ineffektive, persönliche oder organisatorische Alltagsroutinen oder Instrumente. An der Spitze MÜSSEN sie Meister ihrer Impulskontrolle und Selbstwahrnehmung sein, sonst werden die Potentiale des Unternehmens, der Mitarbeiter und des Marktes nicht voll ausgeschöpft.
- Quintessenz: wir können noch so viel befähig werden, Wissen aneignen und Impulse steuern, aber unsere verborgenen Glaubensmuster, eigenen unverarbeiteten Schlüsselerlebnisse, sogar inneren Schieflagen unserer Vorfahren und seelischen Wunden machen uns im Stress dann doch einen Strich durch die Rechnung, um ganz präsent zu sein. Ich erlebe sehr oft, wie Realität und Scheinwelt miteinander verschwimmen, die um vorhandene Limitierungen herum organisiert werden und wurde. Es braucht in herausfordernden Phasen einen Profi und „Vertrauten“, im Keltischen Anam Ċara genannt, der uns ohne Beurteilung spiegelt und blockierte Energien sich auflösen können.
Dieses Multilemma habe ich auf meine ganz eigene Art und Weise gelöst.